Guerilla Art

Guerilla Art, eine weitere Unterform der Streetart, heißt vor allem, dass vorgefundene Elemente des urbanen Raums verändert werden, dadurch dass ein (meist) anonymer Künstler dem Raum etwas hinzufügt. Oft ist das Bestreben, die Stadt schlicht zu verschönern oder gar „lebenswerter“ zu machen. Es gibt unzählige Spielarten davon, wobei die verbreitetsten folgende sind:

Guerilla Knitting

Guerilla Knitting, auch Urban Knitting, Yarn bombing oder gestricktes Graffit, bedeutet, dass Gegenstände um-strickt oder um-häkelt werden. Das kann heißen, Türgriffe, Laternenmasten oder ähnliches wird (meist knallbunt) um-garnt, oder dass sogar ganze Möbelstücke aus Wolle platziert werden.  Die erste Gruppe von Guerilla-Strickern hieß Knitta Please und existiert seit 2005. Zunächst vor allem in den USA und England verbreitet, finden sich inzwischen auch in Deutschland immer mehr der bunten Teile. Das Guerilla Knitting hat weniger das Problem als Vandalismus aufgefasst zu werden als der „normale“ Graffiti, da es ein additives Verfahren ist und in der Öffentlichkeit recht positiv aufgenommen wurde.

Guerilla Gardening

Das heimliche Aussähen von Pflanzen – mit Vorliebe auf städtischen (Un-)Grünflächen – war zunächst einfach zur Verschönerung geadacht, hat sich aber mittlerweile stark weiterentwickelt. Heute spricht man sogar schon von einer urbanen Landwirtschaft, da auch Nutzpflanzen auf brachliegenden Flächen ausgesät wurden und ganze kommunale Kräuter- und Obstgärten daraus entstanden sind. Wenn nicht gänzlich heimlich durchgeführt, werden für die Aussat auf belebteren Flächen so genannte Samenbomben benutzt,

die aus Erde, Ton und Samen geformt werden und unauffällig platziert werden können. Durch Regen löst sich der Ton und die Pflanzensamen können wachsen.

Eine besondere Form des Graffiti ist ebenfalls daraus entstanden: Statt Sprühfarbe können Botschaften aus Buttermilch und Moos verwendet werden, so dass direkt auf beton, grünes Moos wächst und Slogans oder Logos ganz „natürlich“ entstehen. Hier stellt sich aber schon wieder die Frage nach der „Harmlosigkeit“

Lego Art/Mosaic Art

Manche Künstler füllen mit ihrer Streetart auch Löcher in Gebäuden oder abgebrochene Ecken. Diese Reparaturen oder „Dispachtwork“ stopfen die Löcher der Stadt mit Legosteinen oder Mosaiken. Jan Vormann, einer der Künstler, die Dispatchwork öffentlich ausführen, sagt in einem Interview: „I found that the ways of construction there are mostly based on the principles of necessity- design is secondary. If you have a hole in a wall and any kind of stones, that fits and fills it while assuring the wall’s stability, then it really doesn’t matter much, what shape, color or composite they are… Just like when, as a kid, you started digging deep in your box of Legos to finish that structure you have begun building, but you don’t find the appropriate pieces… Out of the need, you start to take pieces of other color, or you combined smaller pieces to fit or you adjust. If you have a precise structure and shape in mind, the colors don’t really matter.“

Und hier die von Euch fotografierten Street Art Werke:

„Space Invader“ – aufgenommen von Elie Marina-Lora Fink, Carrer de Cervantes in Barcelona, Technik: Mosaik.

 

„Amors Straßenschild“ – aufgenommen von Katharina Hiery in Florenz.

Eine Antwort to “Guerilla Art”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Fleißig fleißig « AKKU - November 18, 2011

    […] Guerilla Art […]

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